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Nokia (Unternehmen)

Nokia (Unternehmen)

Nokia ist ein Telekommunikations-Konzern mit Hauptsitz im finnischen Espoo, der hierzulande vor allem als Mobiltelefon-Hersteller bekannt ist. Außerdem ist das Unternehmen Anbieter von Konsumartikeln wie Set-Top-Boxen sowie von Geräten für Breitband-, IP- und mobile Netzwerke. Der Name Nokia leitet sich aus dem Namen der kleinen Stadt Nokia im Südwesten Finnlands, welche einige Teile der Firma beheimatet, ab.

Firmengeschichte

Das Unternehmen wurde 1865 gegründet und stellte anfangs Papier her. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts produzierte das Unternehmen vor allem Gebrauchsgegenstände wie Gummistiefel und Radreifen für Rollstühle. Die heutige Nokia Corporation entstand 1967 durch den Zusammenschluss der Nokia Company - der ursprünglichen Papierfabrik - mit den Finnish Rubber Works und den Finnish Cable Works. Damit wurde der Grundstein für das heutige Technologieunternehmen gelegt. Im Jahre 1981 wurde in Skandinavien das erste Mobilfunknetz der Welt eingeführt. Nokia stellte nach eigenen Angaben damals die ersten Autotelefone für dieses Netz her. Inzwischen hat Nokia weltweit feste Produktionsstätten für Netzwerk- und Unterhaltungstechnologien in China, Finnland und Deutschland, für Entwicklung von Mobiltelefonen und -zubehör, sowie Service in Brasilien, China, Finnland, Deutschland, England, Ungarn, Polen, Mexiko, Italien, Südkorea und den USA. Nach eigenen Angaben beschäftigte Nokia 2004 weltweit über 55500 Mitarbeiter An der Spitze von Nokia stand von 1992-2005 Jorma Ollila. Sein Nachfolger soll Olli-Pekka Kallasvuo werden. Nokia hat momentan einen Marktanteil von ca. 33%.

Nokia in Deutschland

Olli-Pekka Kallasvuo In Deutschland übernahm Nokia 1988 mit dem Audio-Video-Bereich der Standard Elektrik Lorenz AG auch die ehemalige Firma Schaub Lorenz in Pforzheim und Graetz mit Standorten unter anderem in Bochum und das Bildröhrenwerk in Esslingen am Neckar. Seit 1999 firmieren alle Geschäftsbereiche unter Nokia GmbH. Die Nokia GmbH ist in Deutschland an drei Standorten vertreten:
- Bochum: Produktion und Entwicklung von Mobiltelefonen
- Düsseldorf: Forschung und Entwicklung von Netzinfrastruktur, Vertrieb, Kundenservice und Verwaltung
- Ulm: Forschung und Entwicklung

Produkte

Neben den Mobiltelefonen und den Set-Top-Boxen, welche für den Endkunden gedacht sind, bietet Nokia Dienstleistungen und Netzinfrastruktur für Mobilfunkanbieter. 2000 verkaufte Nokia seine Monitor- und Displaysparte an ViewSonic. Für die Mobiltelefone verwendet Nokia ein Nummerierungsschma als Modellbezeichnung. Es wird zwar nicht konsequent verfolgt dient aber zur Orientierung und insbesondere zum Vergleich. ViewSonic Die Modellnummer ist zumeist vierstellig aufgebaut: Die erste Stelle kategorisiert das Telefon:
- 9xxx: Communicator Serie. Lange viereckige aufklappbare SmartPhones
- 8xxx: Exklusives und edles Design
- 7xxx: Sogenannte "Fashion Phones". Ungewöhnliche Formen und Designs
- 6xxx: Modellserie für hauptsächlich geschäftlichen Einsatz. Schlichtes Design und gedeckte Farben.
- 5xxx: Outdoor Modelle
- 3xxx: Modelle mit Kamera
- 2xxx: Modelle ohne Kamera
- 1xxx: Einfache Modelle ohne großen Funktionsumfang
- N-GAGE: Umfasst die Modelle der Mobilen Konsole N-gage
- N-Series: Baureihe hochwertiger Multimedia-Smartphones Die zweite Stelle unterscheidet oft die Bauform des Modells, aber auch die Funktionalität. Früher wurde durch die zweite Stelle grundsätzlich die Generation unterschieden, z.B. 6110 - 6210 - 6310, 3110 - 3210 - 3310 - 3410. Die dritte Stelle unterscheidet meist die Generation, auf das 6220 folgt das 6230. Die vierte Stelle - zumeist 0 - bezeichnet die Version des Modells. Ausgesprochen wird die Modellnummer üblicherweise in zwei Teilen, z.B. 6210 als „Zweiundsechzig-Zehn“ oder 9300 als „Dreiundneunzig-Hundert“ Eine Übersicht verschiedener Mobiltelefonmodelle findet sich unter der :Kategorie:Nokia (Modelle).

Interessantes

Der Signalton für Kurzmitteilungen "Spezial" ist eigentlich der Morse-Code für "SMS". Ähnlich ist der "Ansteigend"-Signalton Morse-Code für "Connecting People", Nokias Slogan. Der Klingelton "Nokia Tune" (wahrscheinlich bekanntester Klingelton der Welt) basiert eigentlich auf einer Gitarrenarbeit namens "Gran Vals" von spanischem Musiker Francisco Tarrega aus dem 18. Jahrhundert. Deswegen wurde der Nokia Tune ursprünglich "Gran Vals" auf Nokia-Handys genannt, aber 1998 wurde er zu "Nokia Tune" umbenannt. Nokia benutzt diesen Klingelton in all seinen Handys und den meisten TV-Spots.

Weblinks


- [http://www.nokia.de Nokia Deutschland]
- [http://www.nokia-store.de Nokia Online Shop]
- [http://www.nokia.de/de/mobiltelefone/modelluebersicht/4198.html Nokia Mobiltelefone]
- [http://www.handy-sammler.de/Sammlung/Nokia.htm Galerie aller Nokia Telefone]
- [http://www.nokia.com/cda13/0,1274,3184,00.html Video zur Firmengeschichte] Kategorie:Finnland Kategorie:Hardwarehersteller Kategorie:Telekommunikationshersteller ja:ノキア ko:노키아

Finnland

Finnland (finn.: Suomi, schwed.: Finland) ist ein Staat in Nordeuropa und Mitglied der Europäischen Union. Er grenzt an Schweden, Norwegen, Russland und die Ostsee. Als zweisprachiger Staat (Finnisch/Schwedisch) hat er über den Finnischen Meerbusen der Ostsee viel Einfluss auf das (dem Finnischen) sprachverwandte Estland. Historisch-politisch sind die Verbindungen zu Schweden eng. Das Inselreich Åland fühlt sich dagegen weniger mit Finnland verbunden als mit Schweden. Das autonome Inselreich gehört zwar zu Finnland, verwaltet sich aber selbst, nur die Außen- und Sicherheitspolitik wird von Finnland übernommen. Auf den vom Völkerbund Finnland zugesprochenen Inseln, wird nur Schwedisch gesprochen, wobei das Schwedische auf Åland eindeutig dem Reichsschwedischen zuzuordnen ist. Finnlandschwedisch findet man nur auf dem finnischen Festland.

Geographie

Finnland ist mit einer Fläche von 337.030 km² das siebtgrößte Land Europas. Das Land erstreckt sich zwischen dem 60. und 70. Breitengrad und zählt damit zu den nördlichsten Ländern der Erde. Auch wenn Finnland nur im Norden mit der Skandinavischen Halbinsel verbunden ist, wird es dennoch manchmal im deutschen Sprachgebrauch zu Skandinavien gezählt. Skandinavien und Finnland werden allerdings korrekterweise unter dem Begriff Fennoskandinavien zusammengefasst. Weltweit bekannt ist die im Süden gelegene Finnische Seenplatte. Große Gebirge gibt es in Finnland nicht, jedoch gibt es im Norden so genannte Inselberge (Tunturis), die sich aus der flachen Tundra erheben. Im äußersten Nordwesten hat das Land Anteil an den Skanden. Dort befindet sich auch die höchste Erhebung, der 1.324 m hohe Haltitunturi. Die Küste ist reich gegliedert (Schärenküste), insbesondere der Bottnische Meerbusen ist mehrere Monate im Jahr zugefroren. Zu Finnland gehört auch die zwischen Schweden und Finnland liegende autonome Inselgruppe Åland (finn. Ahvenanmaa), eine sehr Schwedisch geprägte Inselgruppe. Åland ist auch als einzige Region Finnlands einsprachig Schwedisch. Finnland besitzt im Nordwesten eine 580 km lange Grenze zu Schweden und im Norden eine 716 km lange Grenze zu Norwegen. Die längste Staatsgrenze ist mit 1.270 km die zur Russischen Föderation im Osten. Der längste Fluss in Finnland ist der Kemijoki; dieser fließt bei Kemi in den Bottnischen Meerbusen. Bei Gliederung des Landesgebiets ist es besonders den Auswärtigen beachtenswert, dass Lappland geographisch immer noch vom übrigen Land getrennt betrachtet wird. Diese allerdings sehr alte Denkweise hat zur Folge, daß das Gebiet ungefähr zwischen Oulusee und Polarkreis Nordfinnland genannt wird, obwohl es in der Mitte des Landes liegt. Ebenfalls heißt die Landschaft um die Stadt Jyväskylä trotz ihrer südlichen Lage Keski-Suomi (deutsch Zentrales Finnland).

Geologie

Die Geologie Finnlands ist von alten Gesteinen des Baltischen Schildes (Gneise, Granite, Schiefer; präkambrisch) geprägt. Gebirgsbildungen liegen in Finnland sehr lange zurück (ca. 109 Jahre), die Erosion hat dafür gesorgt, dass keine hohen Berge übrig sind und häufig dünne eiszeitliche Ablagerungen vorhanden sind. Die heutige Landschaftsform ist durch die letzte Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren geprägt. Die großen Eismassen haben Gesteine abgetragen, das Schmelzwasser hat die Landoberfläche weiter geformt. Typisch sind die Küstengebiete und Seenplatten. Als Auffangbecken des glazialen Schmelzwassers diente nach dem Ende der Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren der Ankylussee, ein Süßwasserreservoir, das Vorläufer der heutigen Ostsee war. Dieses ständig anwachsende Gewässer brach vor 7.000 Jahren zur Nordsee durch, wodurch sich die einstigen Schmelzwasserseen zu Salzgewässern wandelten. Schon zuvor hatte sich der Schild infolge des Gletscherrückzugs durch die verminderte Drucklast zu heben begonnen, wobei dieser Vorgang an der Westküste schneller fortschritt als in den östlichen Landesteilen. Im Zuge dieser Erhebung wurde dem Wasser der nach Westen abfließenden Binnengewässer der Weg abgeschnitten, sodass es sich mit dem Fluss Vuoksi einen neuen Abfluss nach Süden bahnte. Diese Erhebung ist ein bis heute andauernder Vorgang, die westliche Küstenlinie wandert ständig weiter nach Westen.

Klima

Das finnische Klima wird durch die Ostsee und den Golfstrom beeinflusst, was zur Folge hat, dass die jährliche Durchschnittstemperatur um 5-10° C höher liegt als in anderen Gebieten dieser Breitenlage. Zudem wird Finnland vom gegenüber Mitteleuropa trockeneren Kontinentalklima beeinflusst, was für sehr kalte Winter, aber auch vergleichsweise heiße Sommer sorgt. Schneesicherheit herrscht in Lappland von November bis April, im Süden hingegen wechselt der Zeitpunkt des Winterbeginns sehr stark ab und sorgt von Dezember bis Anfang März für eine meist geschlossene Schneedecke. Im Lappland wird der dunkle Winter durch die Schneedecke wesentlich erträglicher, in der Mitte und im Süden des Landes scheint die Sonne das ganze Jahr durch. Für viele Menschen sind der Juni und Juli die schönsten Monate, wenn es nachts nicht richtig dunkel wird und wenn nördlich des Polarkreises die Sonne überhaupt nicht untergeht. In dieser Zeit sind die Niederschläge zwar am höchsten, liegen jedoch noch deutlich unter den mitteleuropäischen Werten und zwar im Jahresdurchschnitt zwischen 300 mm im Norden und 700 mm im Süden. Die Höchsttemperaturen steigen dann in Südfinnland auf bis zu 28° C, die Wassertemperaturen der Binnenseen erreichen aufgrund ihrer geringen Tiefe oft 25° C. Diese klimatischen Bedingungen sorgen dafür, dass von Süd nach Nord die Jahresdurchschnittstemperaturen und die Niederschläge abnehmen. Der Temperaturunterschied ist vor allem im Winter sehr ausgeprägt, während die Sommer annähernd gleich warm sind. In ganz Finnland ist der Frühling ziemlich kurz, und im Norden des Landes kann der Sommer sogar in einigen Wochen nach dem Winterende kommen. Der Herbst ist in Südfinnland ungefähr gleich lang wie in Norddeutschland, wird aber wesentlich kürzer gegen Norden. Auf den Inseln von Åland ist das Klima milder. Hier ist es im Sommer kühler und im Winter milder als auf dem finnischen Festland. Auch fällt hier bedingt durch die Ostsee mit rund 500 mm weniger Niederschlag als in Finnland und mit knapp 1900 Sonnenstunden ist Åland die sonnigste Region ganz Skandinavien. Mehr über das Klima auf Åland hier.

Flora und Fauna

hier] Etwa drei Viertel des Landes bestehen aus Wald. Süd- und Mittelfinnland ist überwiegend von Kiefern-, Fichten- und Birkenwald bedeckt. Im Süden und auf den Ålandinseln treten auch Ahorne, Eichen und andere Pflanzen auf. Im Norden (Lappland) wird die Vegetation deutlich karger. Ein Drittel der Landesfläche sind Moore. In südfinnischen Wäldern sind Säugetiere wie Dachs, Hase, Reh und Rotfuchs anzutreffen. Die Elchbestände in Süd- und Mittelfinnland sind eher als gering einzuschätzen. Typisch für Nordfinnland ist das Ren. Von Süd nach Nord zunehmend, treten im Sommer in gewässernahen und windarmen Gebieten regelrechte Mückenplagen auf. Zur finnischen Fauna gehören auch der Bär, Wölfe, Eurasischer Luchs (vor allem in Ostfinnland) und der Vielfraß sowie zahlreiche Singvögel, Elstern und Raben.

Bevölkerung

Ethnien

92 % der Bevölkerung sind finnischsprachige Finnen, 5,5 % schwedischsprachige Finnen (sog. Finnlandschweden oder auch Finnländer) und 0,6 % Russen. In Lappland lebt außerdem die Volksgruppe der Saamen, die jedoch nur 0,11 % der finnischen Gesamtbevölkerung ausmacht. Zudem sind seit etwa 500 Jahren kleinere Gruppen von Roma in Finnland ansässig. Diese sprechen Finnisch als Muttersprache, welches allerdings etwas melodiöser klingt als das der Finnen. Auf Åland leben rund 26.000 Menschen, die Schwedisch als einzige Umgangs- und Amtssprache haben. Viele betonen stark ihre åländische Identität, empfinden sich aber gleichwohl auch als Finnen.

Sprachen

Roma Entsprechend dem Bevölkerungsmuster sprechen 92 % finnisch und 5,6 % schwedisch. Beide Sprachen sind offiziell anerkannte Amtssprachen, wobei finnisch erst 1883 als gleichberechtigt neben dem Schwedischen anerkannt wurde. Die jeweils andere Sprache ist Pflichtfach in der Schule (siehe auch: Pakkoruotsi), wobei aber seit 2003 diese nicht mehr zwangsweise in den Abiturprüfungen abgefragt wird. Auf der autonomen Inselgruppe Åland ist Finnisch nur ein Wahlfach, hier besteht keine Pflicht, Finnisch zu lernen. Åland ist einsprachig Schwedisch. Auf kommunaler Ebene herrscht Zweisprachigkeit in jenen Gemeinden, in denen die Minderheitensprache von mindestens 10 % der Bevölkerung gesprochen wird (regelmäßiger Zensus). Ausnahme: In Turku, der alten Hauptstadt der schwedischen Zeit, sprechen heute weniger als 10 % der Einwohner Schwedisch - aus historischen und kulturellen Gründen (auch schwedisch-sprachige Universität) gilt Schwedisch jedoch auch hier in den kommunalen Behörden weiterhin als zweite Amtssprache. In einzelnen Gemeinden im Norden Finnlands, wo die Sámi wohnhaft sind, ist die als Minderheitensprache anerkannte samische Sprache im Verwaltungsverkehr zugelassen.

Religion

samische Sprache 96,3 % der nicht konfessionslosen Bevölkerung gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirche an, 1,8 % sind russisch-orthodox, und 2 % gehören anderen Konfessionen an, u.a. dem Islam (Tataren). Die Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands unterstand bis 1809 der Evangelisch-Lutherischen Kirche Schwedens und wurde mit dem Übergang des Großherzogtums an Russland selbständig. Bis zur Einführung der Religionsfreiheit im Jahre 1923 gehörten die Finnen entweder zur Evangelisch-Lutherischen Kirche oder zur Finnisch-Orthodoxen Kirche. Diese beiden Kirchen werden durch Kirchensteuern finanziert.

Demografische Struktur und Entwicklung

Finnland ist eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas. Bei einer Einwohnerzahl von 5.249.034 (2005) liegt die Bevölkerungsdichte bei 15,5 Einwohnern pro km². Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den Süden des Landes. Dort befinden sich mit Helsinki (schwed. Helsingfors), Espoo (schwed. Esbo), Tampere (schwed. Tammerfors), Vantaa (schwed. Vanda), Turku (schwed. Åbo) und Kotka auch die größten Ballungsgebiete. Einzige Großstadt im Norden ist Oulu (schwed. Uleåborg).

Größte Kommunen

Feiertage

Oulu Einige Feiertage in Finnland haben christlichen Hintergrund, so zum Beispiel Weihnachten und Ostern. Des Weiteren gibt es eine Reihe nationaler Feiertage. Die wichtigsten sind hierbei der Nationalfeiertag am 6. Dezember, Vappu am 1. Mai und das Mittsommerfest (Juhannus). Weiterführende Informationen: Liste berühmter Finnen, Liste der Städte in Finnland

Geschichte

Liste der Städte in Finnland Liste der Städte in Finnland Hauptartikel: Geschichte Finnlands Die Besiedlung Finnlands durch Jäger und Sammler begann um 6500 v. Chr. Etwa um 4200 v. Chr. wurden diese durch eine jungsteinzeitliche Kultur abgelöst. Nach 2500 v. Chr. siedelten Einwanderer aus Gegenden südlich des finnischen Meerbusens im südlichen Finnland, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. Seit 1154 wurde Finnland von seinen schwedischen Nachbarn erobert und das Christentum dort eingeführt. Im Vertrag von Nöteborg wurden 1323 erstmals die Grenzen zwischen Schweden und seinem östlichen Nachbarn Nowgorod festgelegt. Finnland blieb bis zum Zweiten Nordischen Krieg eine Provinz der schwedischen Großmacht (Österland, Norrland), auch wenn sich die Grenzen aufgrund von Kriegen immer wieder änderten. 1809 musste Schweden Finnland an Russland abtreten. Dann war es als Großfürstentum Finnland in Personalunion mit der russischen Krone verbunden, behielt aber für eine Weile schwedisches Privatrecht, eigene politische Organe, eine eigene Währung und führte als erster europäischer Staat vor dem Ersten Weltkrieg bereits 1906 das Frauenstimmrecht ein. In der finnischen Revolution von 1917 löste es sich zunächst als Königreich, nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte aber sehr bald als Republik vom Russischen Reich, was den Finnischen Bürgerkrieg zur Folge hatte. 1939 wurde das Land im sogenannten Winterkrieg von der Sowjetunion angegriffen, blieb aber mit Territorialeinbußen selbstständig.Im Fortsetzungskrieg, der im Herbst 1940 begann, griff es die Sowjetunion an, ohne Achsenmacht zu werden (mit aufrecht erhaltener Demokratie), mit deutscher Hilfe gegen die Sowjetunion (Fortsetzungskrieg) und wechselte nach dem Zusammenbruch der Front 1944 die Seiten, um als freie Demokratie zu überleben. Am 1. Januar 1995 wurde Finnland zusammen mit Österreich und Schweden Mitglied der Europäischen Union.

Politik

Verfassung

Nach der Verfassung von 1919 war Finnland eine Präsidialrepublik mit dominierender Stellung des Staatspräsidenten. Zugleich mit dem Amtsantritt der derzeitigen Staatspräsidentin Tarja Halonen im Frühjahr 2000 trat eine Verfassungsänderung in Kraft, die die zuvor sehr ausgedehnten Befugnisse des Staatsoberhauptes auf eher repräsentative Aufgaben beschränkt. Infolge dessen konnte Tarja Halonen nicht mehr in demselben Ausmaße wie ihre Vorgänger Urho Kekkonen, Mauno Koivisto und Martti Ahtisaari auch in der Gestaltung der Innen- und Außenpolitik hervortreten. Der Staatspräsident wird für maximal zwei Amtsperioden von je sechs Jahren direkt vom Volk gewählt. Gesetzgebendes Organ ist der Reichstag (eduskunta), ein Einkammerparlament mit 200 Abgeordneten, die für vier Jahre gewählt werden. Aufgrund der hohen Anzahl kleiner Splitterparteien und der Tatsache, dass wichtige Gesetze meist eine Zweidrittelmehrheit benötigen, müssen oft breite Koalitionsregierungen gebildet werden. Ministerpräsident ist seit Juni 2003 Matti Vanhanen. Die beiden höchsten Gerichtsinstanzen sind der Oberste Gerichtshof und der Oberste Verwaltungsgerichtshof in Helsinki.

Außenpolitik

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Land strikt und – auch dank der schwedischen Parallelpolitik – neutral, obwohl es sich bis 1991 in einem erzwungenen Freundschaftspakt mit der Sowjetunion befand. Es engagiert sich stark in den nordeuropäischen und europäischen Institutionen.

Verwaltungsgliederung

1991 Hauptartikel: Lääni 1997 wurde die Zahl der Provinzen von zwölf auf sechs halbiert, sodass sich das Land heute in die Provinzen Åland, Lappland, Ostfinnland, Oulu, Südfinnland und Westfinnland aufteilt. Diese werden nochmals in Landschaften (maakunnat) unterteilt. Åland ist ein autonomes Inselreich mit eigener Flagge, eigener Sprache (Finnlandschwedisch) und eigener Nationalhymne (Ålänningens sång). Nur die Außen- und Sicherheitspolitik wird von Finnland übernommen, die restlichen Angelegenheiten regeln die Åländer selbst.

Infrastruktur

Finnland hat trotz der harten klimatischen Bedingungen und der weitmaschigen Siedlungsstruktur ein sehr gut ausgebautes Eisenbahn- und Straßennetz. Das Straßennetz umfasst eine Gesamtlänge von 77.895 Kilometern, wobei 49.853 Kilometer davon befestigt und 473 Kilometer als Autobahn ausgebaut sind. Das Tempolimit liegt außerorts bei 80, auf Autostraßen bei 100 und auf Autobahnen bei 120 km/h. Auch tagsüber muss außerhalb geschlossener Ortschaften mit Abblendlicht gefahren werden. Im Winter sind Winterreifen Vorschrift, Reifen mit Spikes sind dabei erlaubt und werden mehrheitlich verwendet. Das 5.660 Kilometer lange Eisenbahnnetz wird von der staatlichen Eisenbahngesellschaft VR (Valtionrautatiet) betrieben und ist zu 37 Prozent elektrifiziert. Die größten Städte werden mit dem bis zu 200 km/h schnellen Hochgeschwindigkeitszug S220 (Pendolino) bedient. Nachtreisezüge und Autoreisezüge verbinden die großen Ballungsräume des Südens mit den nördlichen Regionen des Landes. Internationale Bahnverbindungen gibt es nur nach Russland. Autoreisezüge Fast jeden Ort kann man auch mit dem Bus erreichen. In Finnland operierende Busunternehmen sind unter anderen Connex, Länsilinjat, Paunu, Pohjolan Liikenne und Savonlinja. Die Überlandlinien werden von verschiedenen im Matkahuolto-Verbund zusammenarbeitenden Busunternehmen unter der Marke Expressbus betrieben. Die einzige U-Bahn des Landes ist die U-Bahn Helsinki und auch Straßenbahnen gibt es nur im Verkehrsverbund Helsinki (Helsingin kaupungin liikennelaitos, HKL). Große Bedeutung kommt der Küstenschifffahrt, für den Handel mit Russland auch der Binnenschifffahrt über den Saimaakanal zu. Das Binnenschifffahrtsnetz hat eine Gesamtlänge von 6.675 Kilometern. Wichtige Hafenstandorte sind Hamina, Helsinki, Kokkola, Kotka, Loviisa, Oulu, Pori, Rauma, Turku, Uusikaupunki und Varkaus. Die Handelsflotte besitzt 480 Schiffe mit mehr als 100 Bruttoregistertonnen. Da im Winter die Küstengewässer zufrieren, muss eine große Zahl von Eisbrechern die Hafenzufahrten freihalten. Größere Orte besitzen auch Flughäfen, die durch ein dichtes Inlandsflugnetz bedient werden. 1999 gab es insgesamt 157 Flughäfen und Flugplätze in Finnland. Die nationale finnische Fluggesellschaft ist Finnair. Weitere Fluggesellschaften sind Air Finland, Blue1, Finncom Airlines und Golden Air. Finnland besitzt ein 580 Kilometer langes Erdgaspipelinenetz.

Wirtschaft

Das Land ist führend bei der Herstellung von Mikroelektronik und Mobiltelefonen. Hinzu kommt der große Anteil der Holzwirtschaft. Finnland ist zu 66% Waldland mit moderner Holzwirtschaft, deren Erzeugnisse bis zu 40% der finnischen Exporte stellen. Die Wirtschaft reagiert daher empfindlich auf Schwankungen der Weltmarktpreise und der Nachfrage für Holz, Papier und Möbel. Wichtigstes Bergbauprodukt ist Kupfer. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 befand sich die Wirtschaft in einer großen Krise. Zwischen 1990 und 1993 sank das Bruttosozialprodukt um 13%; die Arbeitslosenquote stieg von 3,4 im Jahre 1990 auf 18,4% im Jahre 1994. Die Neuausrichtung der Wirtschaftsstruktur sorgte bis zum Jahr 2001 immerhin für eine Halbierung dieser Rate auf 9,2%. In den Jahren 2003 und 2004 betrug die Arbeitslosenquote 9,0% und 8,9%. Für das Jahr 2005 erwartet das Statistische Zentralamt in Finnland eine Arbeitslosenquote in Höhe von 8,6%. Das weltweit bekannteste Unternehmen Finnlands ist Nokia.

Tourismus

Nokia Die touristisch interessantesten Gebiete in Finnland sind Lappland mit den Skizentren Ruka und Kittilä sowie Vuokatti und Sotkamo in Kainuu. Außerdem sind die Hauptstadt Helsinki, die westliche Ostseeküste sowie das Saimaa-Seengebiet sehr beliebte Ausflugsziele. Die Finnen selbst verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit in ihren Ferienhäusern, den Mökkis.

Kultur

Kunst und Architektur

Mökki Die Bildende Kunst (z. B. Akseli Gallén-Kallela, Hugo Simberg) und die Architektur (z. B. Eliel Saarinen) Finnlands waren Bestandteil der europäischen Avantgarde. Von internationalem Ruf ist daneben auch das finnische Design, das sich in die Reihe der skandinavischen Gestaltungsrichtung fügt. Bekannt ist hier besonders der Architekt und Designer Alvar Aalto, dessen wolkenförmige Glasvasen auch in Deutschland bekannt geworden sind. Seine Möbelentwürfe werden bis heute bei Artek produziert und angeboten. Seine Frau Aino Aalto ist die Designerin der bekannten Gläser. Weitere wichtige finnische Designermarken sind Arabia, Iittala, Marimekko und Hackman.

Literatur

Als Fundament der finnischen Literatur gilt das von Elias Lönnrot zusammengestellte und 1835 veröffentlichte Nationalepos Kalevala. Von stärkster Bedeutung für die werdende finnische Nation war der (auf Schwedisch schreibende) Johan Ludvig Runeberg (Die Erzählungen des Fähnrich Stål, 1848-60). Der Roman Die sieben Brüder von Aleksis Kivi gilt seit dem 19. Jahrhundert als Weltliteratur. 1939 erhielt Frans Eemil Sillanpää "für die tiefe Auffassung und die erlesene Stilkunst, womit er das Bauernleben und die Natur seines Heimatlandes in ihrem gegenseitigen Zusammenhang schildert", den Nobelpreis für Literatur. Einer von den bedeutenden lebenden Schriftstellern ist Arto Paasilinna. Weiterführende Informationen: Liste finnischsprachiger Schriftsteller

Musik

Der bekannteste finnische Komponist ist Jean Sibelius. Weitere bekannte finnische Komponisten finden sich in der Liste finnischer Komponisten klassischer Musik. Außerdem kommen verschiedene bekannte Rockmusik-, Dark Wave- und Metal-Bands aus Finnland, so zum Beispiel die Leningrad Cowboys, Eläkeläiset, Children of Bodom, Waltari, HIM, Lordi, Negative, Deep Insight, Charon, The 69 Eyes, Apocalyptica, Finntroll, Ensiferum, Sentenced, Wintersun, Eternal Tears of Sorrow, Nightwish, Battlelore, Sonata Arctica, The Rasmus, Killer, Poisonblack, Aavikko, Kwan, der DJ Darude, die Bomfunk MC's, sowie das Duo Pan Sonic als bedeutende Interpreten elektronischer Avantgarde-Musik (Glitch). Eigenständige finnische Musikrichtungen sind Finnischer Tango und Humppa. In Finnland hört man auch sehr viel finnischsprachige Pop- und Rockmusik, die wichtigsten Bands sind Dingo, Eppu Normaali, Mamba, , Neljä Ruusua, Apulanta, Zen Café, SARA und Tyrävyö, außerdem sind Maija Vilkkumaa und J. Karjalainen sehr beliebt. Zu den bekanntesten finnischen Folk-Interpreten gehören Arja Kastinen, die Angelin Tytöt sowie Värttinä, Ottopasuuna, Wimme, JPP, Loituma und Folkkarit. Piirpauke unter der Leitung von Sakari Kukko besteht seit 1975 und verbindet Jazz mit traditioneller finnischer, spanischer und afrikanischer Musik. Bekannte Jazzmusiker sind Edward Vesala, Eero Koivistoinen und Heikki Sarmanto. Im Grenzbereich zwischen Jazz und Rock wurden Tasavallan Presidentti, Pekka Pohjola und Jukka Tolonen bekannt.

Sport

In Finnland wird gern und viel Sport getrieben. Besonders populär sind unter weiten Teilen der Bevölkerung Skilanglauf, Snowboarding, Nordic Walking, Jogging und Eislauf. Fitnessstudios werden sowohl von Männern als auch Frauen gern und regelmäßig genutzt. Außerdem interessiert man sich sehr für Motorsport - insbesondere Rallye, Formel Eins und seit 2005 auch für die DTM; für Skispringen, Eishockey und Finnischen Baseball (Pesäpallo). Die im Ausland bekanntesten finnischen Sportler sind:
- Janne Ahonen
- Kimi Räikkönen
- Mika Häkkinen
- Matti Hautamäki
- Jari Litmanen
- Mika Kallio
- Sami Hyypiä
- Hannu Manninen
- Tommi Mäkinen
- Paavo Nurmi
- Matti Nykänen
- Jari Kurri
- Niklas Hagman
- Riku Hahl
- Heikki Sorsa
- Eero Ettala
- Arto Saari
- Mika Salo

Andere finnische Phänomene


- Linux - ein freies Betriebssystem für Computer, initiiert vom Finnen Linus Torvalds
- Star Wreck - ein finnischer Film, den man kostenlos im Internet herunterladen kann

Umwelt

Finnland glaubt, die Einhaltung des Kyoto-Protokolls dauerhaft nur mit Kernkraft gewährleisten zu können. Im Mai 2002 beschloss der Reichstag daher den Bau eines neuen Kernkraftwerks. Damit wird sich die Zahl der finnischen Kernreaktoren auf fünf erhöhen. Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten. Lappländische Nadelwälder werden in zunehmenden Maß für die Zellstoffgewinnung zur Papierproduktion abgeholzt. Umweltschutzgruppen kritisieren dieses Vorgehen als kurzsichtig, da die Waldtundra sich aufgrund des harten Klimas nur langsam regeneriert und das Abholzen einer Vernichtung der lokalen Ökosysteme gleichkommt. Samigruppen protestieren außerdem dagegen, dass ihnen durch das Vorgehen der Holzindustrie die Grundlage für ihre traditionelle Lebensweise entzogen würde.

Bildung

Waldtundra] Siehe Hauptartikel: Bildungssystem Finnland Das finnische Bildungssystem gilt als eines der besten der Welt. Dies ist nicht erst seit den PISA-Studien bekannt, durch diese jedoch in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gelangt. Die Hauptmerkmale des Bildungssystems sind integrative Gesamtschulen bis zur 9. Klasse. Die darauf aufbauende Sekundarstufe II ermöglicht jederzeit einen Wechsel zwischen dem allgemeinbildenden und dem berufsbezogenen, praxisorientierten Zweig. Diese Stufe schließt man dann entweder mit dem Abitur oder einer Berufsausbildung ab. Dieses modulare System gilt in ähnlicher Weise auch für die universitäre Laufbahn. Dort stehen neben den konventionellen Universitäten auch Fachhochschulen für höhere Ausbildungen zur Verfügung. Der Bildungsstand in Finnland ist weltweit einer der höchsten. Die Analphabetenquote liegt bei 0 Prozent. Dies lässt sich unter anderem an der überdurchschnittlich hohen Lesebereitschaft ausmachen. Traditionell gibt es ein gutes Angebot an Bibliotheken. Dem Erlernen von Fremdsprachen wird eine große Bedeutung beigemessen. In den Gesamtschulen muss der finnische Schüler mindestens zwei Fremdsprachen lernen, in der Regel sind das Schwedisch und Englisch.

Literatur


- Rainer Eisenschmid, Baedeker Ostfildern: Baedeker Allianz Reiseführer Finnland. 2. Auflage, Ostfildern 2002 (Reihe, Band) ISBN 3-89525-478-9

Weblinks


- [http://virtual.finland.fi/de/ "Virtual Finland" Informationsseite des Finnischen Außenministeriums über Finnland]
- [http://www.visitfinland.de/ Offizielle Homepage der Finnischen Zentrale für Tourismus]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=45 Länder- und Reiseinformationen Finnland] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.finnland.de Botschaft von Finnland in Berlin]
- [http://www.stat.fi/index_en.html Statistische Zentralamt in Finnland]
- [http://www.deutsch-finnische-gesellschaft.de Deutsch-Finnische Gesellschaft e.V.]
- [http://www.areion.de/finnlandc.html Chronik der Geschichte Finnlands]
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,,FIN,00.html "Jahrbuch Finnland" bei Spiegel Online]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/fi.html Finnland im CIA Factbook]
- [http://de.groups.yahoo.com/group/vivafinlandia Deutsche Finnland-Mailingliste mit regelmäßigen News]
- [http://wikitravel.org/de/Finnland Reiseinfos zu Finnland] auf Wikitravel
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Finnland/ Open Directory Project] - Regionalkategorie des kommentierten Linkverzeichnisses.
Kategorie:Staat Kategorie:Land in der EU Kategorie:Skandinavien fiu-vro:Soomõ [[got:

Mobiltelefon

mit integriertem Radio und MP3-Player]] Ein Mobiltelefon (schweizerdeutsch Natel) ist ein kleines, tragbares Funk-Telefon. Bis zum Beginn der 1990er Jahre wurde das Autotelefon ebenfalls als Mobiltelefon bezeichnet. Die größten Mobilfunkhersteller weltweit sind Audiovox, BenQ (ehemals Siemens Mobile), Kyocera, LG, Motorola, Nokia, Panasonic, Samsung, Sagem, Sanyo, Sharp, SK Teletech und Sony Ericsson. Alcatel wird aus dem Geschäftsbereich Mobiltelefone aussteigen. Siemens hat den Bereich bereits verkauft, wobei die Marke Siemens noch verwendet werden darf. Satellitentelefone beruhen auf einer anderen technischen Basis, werden aber ebenfalls zu den Mobiltelefonen gezählt.

Geschichte

Die Entwicklung des Mobilfunks begann eigentlich 1926 mit einem Telefondienst im Zug der deutschen Reichsbahn und Reichspost auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Dieser Telefondienst wurde nur den Passagieren der 1. Klasse angeboten, aber bereits 1918, rund fünf Jahre nach der Erfindung des Meißnerischen Röhrensenders, wurden von der Deutschen Reichsbahn schon Versuche mit Funktelefonen im Raum Berlin durchgeführt. Die ersten Autotelefone, die deutschlandweit verwendbar waren, gab es seit 1958. Die Geräte waren wegen der für die Funktechnik verwendeten Vakuumröhren recht groß. Gespräche wurden handvermittelt, die Gerätepreise lagen bei ca. 50 % des Wagenpreises. Ab 1974 gab es in Österreich das B-Netz, das bereits ohne Fräulein vom Amt vermittelt wurde. Aber nach 7 Jahren gab es erst 1.000 Anwender. Ab 1985 gab es in Deutschland und Österreich das kleinzellige analoge C-Netz. Es ermöglichte eine geringere Sendeleistung der Telefone und damit eine Verkleinerung der Geräte. Die sogenannten "Portables", kleine Kistchen mit Tragegriff und einem angeschlossenen Telefonhörer sowie einer längeren Antenne, waren geboren. 1983 stellte Motorola das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon „Dynatac 8000x“ vor. Dynatac 8000x (links), Siemens S45 mit GSM 2003 (Mitte)]] Durch die Einführung flächendeckender digitaler Mobilfunknetze (D-Netz ab etwa 1990 in Deutschland wie in Österreich) konnte die benötigte Batterieleistung der Mobiltelefone und damit auch deren Gehäusegröße erneut vermindert werden. 1992 wurde das erste GSM-fähige Mobilgerät von Motorola, das International 3200, vorgestellt. Zur gängigen Bezeichnung für die neu eingeführten, handtellergroßen GSM-Mobiltelefone bürgerte sich im Deutschen das Wort „Handy“ ein. Der Begriff wurde vermutlich aus dem Sprachgebrauch englischer und deutscher Funkamateure der 1980er Jahre entlehnt und stammt eventuell aus dem US-Militärjargon (siehe unten). Weiterführende Informationen zur Geschichte sind z.B. im Abschnitt Mobilfunk in der Geschichte des Telefons sowie im Artikel über das Autotelefon zu finden. In Nordkorea wurde die Nutzung von Mobiltelefonen am 25. Mai 2004 verboten. Die Mobiltelefone wurden den Bürgern wieder abgenommen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Rund 20.000 Nordkoreaner hatten den Mobilfunkdienst seit dessen Einführung im November 2002 genutzt. Die Entwicklung geht zunehmend in Richtung eines kombinierten Multifunktionsgerätes mit Funktionen als Telefon, Uhr, Kamera, MP3-Player, Navigationsgerät, Rechner und Spielkonsole. Für diese Geräte hat sich inzwischen die Bezeichnung Smartphone oder auch PDA-Phone durchgesetzt.

Aufbau und Technik

PDA-Phone]] Wie das drahtgebundene Telefon besteht das Mobiltelefon aus einem Lautsprecher, einem Mikrofon, einem Bedienteil (Tastatur und Anzeige) und einer Steuerung (meist ein Microcontroller). Die Displays sind heutzutage bereits kleine Computerbildschirme. Zusätzlich hat es einen Funkteil (Sendeempfänger und Antenne) und eine eigene Stromversorgung (meist einen Akkumulator). Generell ist zum Betrieb eine SIM-Karte notwendig, die zur Identifizierung gegenüber dem Mobilfunknetz genutzt wird. Wie alle Geräte mit integriertem Computer ist auch ein Mobilfunktelefon nicht frei von Softwarefehlern. Bislang sind einige wenige Handyviren für Symbian-basierende Geräte bekannt, die Anzahl wird aber steigen. Vermeintliche Viren, die in der Lage sind, Mobiltelefone lahmzulegen, basieren meist auf Softwarefehlern. Gefahren bestehen v.a. in Form von Schadprogrammen, welche sich in Dienstmitteilungen unter falschen Namen ausgeben oder durch so genanntes Bluejacking, welches Fehler in der Bluetooth-Implementierung ausnutzt. Es empfiehlt sich, Bluetooth nur bei Bedarf einzuschalten oder sich zumindest für andere unsichtbar zu machen. Unerwartete Bluetooth-Nachrichten sollten einfach abgewiesen werden. Fast alle neueren Mobiltelefone enthalten einen Interpreter für die Programmiersprache Java in einer Minimalausgabe (Mobile Information Device Profile, MIDP), die aber die wesentlichen Funktionen von Java enthält. Eine wachsende Szene von Programmierern versorgt die Benutzer mit Freeware, Shareware und kostenpflichtigen Spielen. Mobiltelefone in Europa funktionieren heutzutage nach dem GSM-Standard. Sie benutzen Frequenzen um 900 MHz (D-Netz) beziehungsweise 1800 MHz (E-Netz). Neuere Triband-Handys können zusätzlich noch auf 1900 MHz operieren, diese Frequenzen werden jedoch nahezu ausschließlich in den USA genutzt. Während die Basissstationen für Mobiltelefone Sendeleistungen um 50 Watt haben, kommen Mobiltelefone mit Sendeleistungen von max. 2 W (D-Netz) beziehungsweise 1 W (E-Netz) aus. Für die Übertragung wird als Modulationsart GMSK (Gaussian Minimum Shift Keying, eine weiterentwickelte, optimierte Version der FSK) verwendet. Die nächste Generation der Mobilfunkgeräte befindet sich in der Markteinführung. Es gibt zwei konkurrierende Standards, Universal Mobile Telecommunications System UMTS als eine Weiterentwicklung des GSM-Standards und CDMA2000 als Weiterentwicklung des besonders in den USA weit verbreiteten CDMA-Standards. Beide arbeiten bei Frequenzen um 1800 bis 1900 MHz, benutzen viele kleine Funkzellen und sind für höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit und höhere Nutzerzahl optimiert. Wegen der kleineren Funkzellen und bedingt durch weiterentwickelte Modulationsverfahren konnte die Sendeleistung der Mobiltelefone gegenüber GSM nochmals reduziert werden.

Solarbetriebene Handys

Nach Einzug der solarbetriebenen Handy-Ladestationen wurde bereits im Jahr 2001 ein Solarhandy von der südkoreanischen Firma "CR Telecom" vorgestellt. Die Ladezeiten entsprachen in etwa den Gesprächzeiten, ein effektives Laden der Handys war aber nur bei einfallendem Sonnenschein möglich. Im selben Jahr stellte das "Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme" den Prototypen eines "Siemens C25"-Handys mit solarbetriebenem Akku vor. Diese neuartigen Module waren zwar kostengünstig, aber auch diese lieferten zu wenig Energie für Gesprächzeiten. Im Jahr 2004 gelang den Siemens-Forschern ein Durchbruch bei der Steigerung des Wirkungsgrades sogenannter "organischer" Solarzellen. Diese Solarzellen können, im Gegensatz zu herkömmlichen Siliziumzellen, durch ihre Flexibilität auf Folien gedruckt werden und so als Solarmodule an fast jede beliebige Form angepasst werden. Sie sind leichter, billiger und ausdauernder und sollen eine Betriebsdauer von etwa zehn Jahren besitzen.

Ausrüstung

Kurzmitteilung

Solarmodule Eigentlich jedes Mobiltelefon kann heute auch Kurzmitteilungen versenden. Die erste short message, wurde im Dezember 1992 von einem PC an ein Mobiltelefon im Britischen Vodafone-Netz gesendet. Fälschlicherweise hat sich für die Kurzmitteilungen der Name SMS eingebürgert, obwohl das Kürzel SMS den Trägerdienst bezeichnet (short message service). Der richtige Name für die Kurzmitteilung wäre SM. Ursprünglich als reines "Abfallprodukt" kostenlos angeboten, entwickelte sich der SMS zum Ertragsbringer Nr. 1 der Netzbetreiber. Im Jahr 2003 wurden in Europa über 16 Milliarden Kurzmitteilungen pro Monat versendet. Bei einer gründlichen Betrachtung überrascht der Erfolg dieses Dienstes nicht, weil er in der Kombination mit einem Handy sehr viel gebrauchstauglicher nutzbar ist als seine inzwischen fast schon vergessenen Vorgänger, die digitalen Funkmeldeempfänger (u. a. PAGER). Für die Minderheit der Gehörlosen und der hochgradig Schwerhörigen in der Bevölkerung bietet die "SMS"-Funktion die einzige Möglichkeit überhaupt, ein Mobiltelefon zu benutzen, abgesehen vom Bildtelefon und Schreibtelefon auch zum Telefonieren überhaupt. Weiterentwicklungen des SMS existieren unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). Der MMS bietet die Möglichkeit, mit einem Mobiltelefon multimediale Nachrichten (Videos, Bilder, Ton und Text) von bis zu mittlerweile 500 KB zu anderen mobilen Endgeräten zu versenden. MMS ist nicht kompatibel zu SMS oder EMS, Endgeräte müssen MMS explizit unterstützen. Aktuelle Endgeräte bieten meist optional oder fest eingebaut eine Kamera, um mit dem Endgerät selbst Bilder oder Videos aufzunehmen.

Handykamera

KB Seit 2002 werden immer mehr Mobiltelefone mit integrierter Kamera ausgestattet. Bei diesen Fotohandys befinden sich die Bildaufnahmegeräte meist an der Rückseite des Mobiltelefons. Jedoch ließ die Qualität der ersten Kamerahandys sehr zu wünschen übrig. Seit Mitte 2004 können jedoch einige Modelle mit einfachen Digitalkameras mithalten. In Deutschland war das Sharp GX 30 das erste Fotohandy mit einer 1-Megapixel Kamera. Das Siemens S65 war erstmals mit einer 1,3-Megapixel-Kamera ausgestattet. Die integrierte Kamera konnte schon Bilder mit bis zu 1280 × 960 Bildpunkten aufnehmen. Vor allem bei hellerer Umgebung können ausreichend gute Bilder gemacht werden. Bei Dunkelheit erhalten die Bilder allerdings ein starkes Farbrauschen, da ein integrierter Blitz fehlt (jedoch als ansteckbares Zubehör erhältlich). Seit neuestem können auch Videos, meist begrenzt auf bis zu 30 oder 60 Sekunden, aufgenommen werden. Die Qualität von Videos mit Fotohandys ist verglichen zu Camcorderfilmen i.d.R. stark unterdurchschnittlich. Auch Videos mit sehr schlechter Qualität von bis zu 176 × 144 Pixel können derzeit (Stand 2005) aufgenommen werden. Camcorder Mobilfunkgeräte mit 2-Megapixel-Kamera sind u.a. das Sharp TM200 von T-Mobile, das UMTS-Handy Sharp V902 von Vodafone und das K750i von SonyEricsson. Die fotografierten Bilder werden auf dem Mobiltelefon gespeichert und können als Multimedia-Nachrichten (MMS) versendet werden. Dabei fallen Gebühren an, die zur Zeit bei etwa 30 bis 100 Eurocent pro MMS liegen. Je nach Telefontyp können diese Bilder auch als E-Mail, über Infrarot, mit Hilfe von Bluetooth versendet oder über ein USB-Kabel übertragen werden. Viele Telefone sind nicht auf einfache Bilder beschränkt. USB] Auf der Cebit 2005 wurde mit dem Samsung SCH-V770 das erste 7-Megapixel-Handy der Welt vorgestellt. Es handelt sich bei dem Gerät eher um eine Digitalkamera mit Mobiltelefon, denn das SCH-V770 hat Weitwinkel- und Televorsatzlinsen, einen eingebauten optischen 3-fachen Zoom, zudem kann Schärfe, Brennweite (7,8 bis 23,4 mm) und die Verschlusszeit (von 15s bis 1/2.000 s) eingestellt werden. Die Vorderseite sieht aus wie ein Handy, während die Rückseite die meisten Digitalkamera-Funktionen beherbergt. In Asien sind Mobiltelefone mit integrierter Kamera schon lange verbreitet. Im Jahr 2004 waren bereits 87% aller verkauften Handys mit einer Kamera ausgerüstet (Quelle: [http://www.nachrichten.at/multimedia/handyundco/trends/352545?PHPSESSID=e08e3973c916bebbe4f2a0171c77decb]). Handykameras machen es auch möglich, auf Produkten aufgedruckte QR Codes zu lesen, die in Japan als mobile Internetlinks z.B. für die Teilnahme an Gewinnspielen beliebt sind. Zunehmend verbieten jedoch größere Firmen ihren Mitarbeitern, Mobiltelefone mit Kamerafunktion auf das Werksgelände zu bringen. Vor dem Hintergrund der immer besseren Auflösung der Handykameras stellt dies insbesondere im Bereich der Werksspionage ein Sicherheitsrisiko dar.

Musik- und Videoplayer

QR CodeSeit Anfang 2004 sind auch Mobiltelefone mit integriertem MP3-Player und Radio im Handel erhältlich. Zum Beispiel das Motorola E398, das Sharp V902, das Sony Ericsson K700i oder das Siemens SX1 haben diese Funktion. Mit diesen Smartphones können Musikdateien wie bei einem MP3-Player auf den Gerätespeicher geladen werden. Mobiltelefone der neuesten Generation, die neben einer Megapixel-Kamera auch Multimediafunktionen wie Musikwiedergabe und Videoaufnahme und -wiedergabe bieten, wie z.B. das Sharp TM 200, das Sony Ericsson K750i und das Nokia 6230i, bieten die Möglichkeit, die Speicherkapazität mittels einer Speicherkarte erheblich zu erweitern, je nach Model bis zu mehreren GB.

Datenübertragung

Bei vielen Handys ist es möglich, Daten per seriellem oder USB-Kabel, via Infrarot oder Bluetooth auf den Computer und zurück zu übertragen. Dadurch ist es möglich, das Telefonbuch zu synchronisieren, im Internet (via WAP oder Mobile HTML) zu surfen oder Bilder und Klingeltöne auf das Handy zu übertragen. Eine Übertragung von Java-Programmen (v.a. Spiele) wird von praktisch allen Herstellern erlaubt, wobei nicht jedes Java-Programm mit jedem Handymodell kompatibel ist.

Dienstbefehle/Handy-Codes

Mit festgelegten Zeichen- und Zahlenfolgen (meist unterschiedlich bei jedem Hersteller) können bestimmte Funktionen ein oder ausgeschaltet oder angezeigt bzw. abgefragt werden, von denen die meisten über das normale Menü klarer ersichtlich zugänglich sind. Hier einige Beispiele anhand eines Nokia 6310i: Weitere Dienstbefehle für die unterschiedlichsten Modelle findet ihr über die Weblinks

Push-to-talk

Für den Mobilfunkdienst Push-to-talk (Drücken um zu sprechen), der es ermöglicht, kurze Sprachnachrichten an einzelne Nutzer oder Gruppen zu versenden, werden spezielle Handys benötigt, die diese Funktion unterstützen. Den Dienst gibt es in den USA seit 1998 im Mobilfunknetz Nextel. In Deutschland funktioniert der Service derzeit nur bei T-Mobile. Für diese Funktion, die seit Mitte 2004 in einigen Mobiltelefonen, wie zum Beispiel in das Nokia 6260 oder Siemens CX 70 u.a. eingebaut wurde, wird das GPRS-Netz zur Datenübertragung genutzt, wobei Kosten entstehen (Tagesnutzungsgebühr 1 €). Die Funktion ist mit der von Walkie-Talkies vergleichbar: Nach dem Drücken einer Sprechtaste wird eine Sprachnachricht von einer begrenzten Dauer (von 30 Sekunden) übertragen. Dabei ist es möglich, die Nachricht an bis zu 10 Personen gleichzeitig zu senden.

Java

Inzwischen verfügen alle neu auf den Markt gebrachten Mobiletelefone über Java-Unterstützung (auf CLDC bzw. MIDP-Basis), was sicherlich als eine der populärsten Anwendungen von Embedded Java gelten darf. Das Angebot an Programmen, sogenannten Midlets, reicht von einfachen Utensilien, wie Taschen- und Währungrechnern, bis hin zu aufwändigen Spielen (in der neuesten Generation auch mit 3D-Grafik).

Branding

Viele Netzbetreiber bieten über Ihre Independent Service Provider/Brands/Tochterunternehmen nur Mobiltelefone an, die mit einer speziell für sie angepassten Software ausgestattet sind (Branding oder Customization). Vielzahlige Änderungen werden für den Netzbetreiber, manche jedoch für den Service-Provider des Kunden vorgenommen, bevor der Kunde das Mobiltelefon kaufen kann. Dabei werden Funktionen des Telefons erweitert, entfernt oder verändert. Z.B. werden Kunden durch zusätzliche Menüeinträge im Browser (Favoriten) zu den Portalseiten der Service Provider/Brands/etc. gelinkt, FAQ-Seiten hinterlegt, SIM-Lock eingerichtet, Rufnummerneinträge für Hotlines hinterlassen, der Netzbetreibername sowie Hintergrund im Display geändert etc.

Bezeichnungen

Entstehung der Bezeichnung Handy

Die Bezeichnung Handy stammt aus der Unterscheidung der beiden militärisch genutzten Motorola-Produkte auf dem Gebiet der mobilen Funkgeräte. Das Rucksackfunkgerät wurde „Walkie-Talkie“ genannt, das Handsprechfunkgerät „Handie-Talkie“. Erstaunlicherweise hat sich eine Verschiebung des Wortes „Walkie-Talkie“ auf Handsprechfunkgeräte der CB-Funk-Klasse ergeben. Das Wort „Handy“ als Bezeichnung für ein Mobiltelefon ist ein Scheinanglizismus, es wird im englischsprachigen Raum nicht als Bezeichnung für ein Mobiltelefon benutzt. Englischsprachige Begriffe für ein Mobiltelefon sind cell(ular) phone, mobile phone oder einfach nur portable oder mobile. "Handy" bedeutet dagegen wörtlich übersetzt "handlich" und hat sich vermutlich durch eine Plakatkampagne eines Geräteherstellers Mitte der 90er eingebürgert. Die Bezeichnung „Mobiltelefon“ rührt daher, dass es ein bewegliches (griechisch für mobil) Telefon ist. Vor allem im amerikanischen Sprachraum wird es (wörtlich übersetzt) als „Zell-Telefon“ bezeichnet, weil man sich mit dem Telefon von einer Funkzelle in die nächste bewegt und so ein Übertragungssystem aus Funkzellen genutzt wird. Von einigen — u.a. vom Verein Deutsche Sprache — wird die eingedeutschte Schreibweise Händi empfohlen. Sie hat sich allerdings bisher nicht durchsetzen können.

Bezeichnungen in anderen Sprachen

Handys sind bekannt als:
- cell phones oder cells in Kanada, Südafrika, Vereinigte Staaten von Amerika
- cellphones, cells, oder mobile auf den Philippinen (Eine Modifikation des Wortes, celfone, wird von der breiten Masse für das SMS-Schreiben benutzt)
- celulares (Singular celular) in Argentinien, Chile, Mexiko, Puerto Rico und anderen spanisch-sprechenden Ländern als das spanische Wort für Zelltelefon. Es wird auch im Portugiesisch-sprechenden Brasilien benutzt
- cep telefonu (Hosentaschen-Telefon) in der Türkei
- dzhiesem (джиесем) (von GSM) in Bulgarien, bezieht sich nur auf GSM-Handys
- Farsími (offiziell für jegliche mobile Kommunikationsmöglichkeiten), Gemsi (bedeutet junges Schaf, bezieht sich auf GSM), GSM-sími (für Telefone welche das GSM System benutzen), oder NMT-sími (für Telefone welche das Nordic Mobile Telephone-system) in Island benutzen
- fònaichean làimhe (bedeutet Handtelefon; Singular fòn làimhe) oder fònaichean phoca (bedeutet Taschentelefon; Singular fòn phoca) im Schottisch-Gälischen
- guthán soghluaiste oder fón póca im Irisch-Gälischen
- GSMs in Belgien.
- hand phones oder handphones in vielen asiatischen Ländern, wie Südkorea
- handyphone auf den Philippinen von Globe Telecom (benutzt von der Hauptmarke von Globe, Globe Handyphone)
- Handys in Deutschland, Österreich und mit Einschränkung in der Schweiz (siehe unten: Natel)
- telefon-hamráh oder hamráh (تلفن همراه, wörtlich Freundschaftstelefon) im Iran
- jawwal (Mobiltelefon) in Saudi Arabien
- Keitai (Tragbares, Kurzform für keitai denwa, Portables Telefon) in Japan; die semantische Entwicklung ist sehr nah an Worten wie Mobiltelefon
- khelyawi (cellular) im Libanon
- kinitó (κινητό), Kurzform für kinitó tiléfono (κινητό τηλέφωνο), was Handy in Griechenland und Zypern bedeutet
- komórki (Singular komórka) oder Telefon komórkowy, bedeutet Zelle/Zelltelefon in Polen
- mahmool (محمول) in Arabien
- matkapuhelimet (wörtlich Reisetelefon, Singular matkapuhelin) oder kännykät (Singular kännykkä, sehr nahe an der Bedeutung des deutschen Handy) in Finnland; seit 1987 von Nokia als Handelsmarke eingetragen
- Meu Teu (มือถือ) in Thailand
- mobieltjes in den Niederlande
- mobifon (мобифон), eine Vermischung der Wörter mobilen telefon (мобилен телефон) in Bulgarien, welches seit der Einführung von 1G-Handys benutzt wird. Als GSM-Handys weiter verbreitet wurden, fing man an sie dzhiesem zu nennen um sie von 1G-Handys zu distanzieren. Die verbliebenen 1G-Handys werden immer noch mobifon genannt, während GSM-Handys von den meisten Leuten als dzhiesem bezeichnet werden, auch wenn wenige Menschen diesen Begriff geringschätzen.
- mobil in der Slowakei
- mòbils in Andorra
- mobiles in Australien, Indien, Irland, Neuseeland, Großbritannien
- mobilní telefony (Singular mobilní telefon), oder einfach mobily (Mobiltelefon) in der Tschechischen Republik
- mobilny telefon (Mobiltelefon), oder mobilnik als Abkürzung. Ältere Namen sind sotovy telefon (Zelltelefon) und trubka (Handgerät) in Russland
- mobitel/мобител Abkürzung von mobilni telefon/мобилни телефон(Mobiltelefon) in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien-Montenegro
- Mobiltelefon oder ein Mobil in Dänemark, Ungarn, Norwegen, Schweden (manchmal nalle in Schweden, was Teddybär bedeutet. Dies kam ursprünglich vom Ausdruck Yuppie-nalle, da sich bis in die späten 80er nur reiche Yuppies Handys leisten konnten. Diese trugen sie dann stolz prahlend wie einen (Yuppie-)Teddybär umher. Heutzutage benutzt man nalle um zu zeigen, dass die Leute ihre Handys immer bei sich tragen und Angst davor haben sie zu verlieren, wie ein Kind Angst hat seinen Teddybär zu verlieren.)
- mobilus telefonas oder mobilus in Litauen
- pelefon (wörtlich Wundertelefon), oder najad (Mobiltelefon) in Israel
- móviles (móvil) bzw. teléfonos móviles in Spanisch und mòbils (mòbil) im Katalanischen in Spanien
- Natel ("Nationales Autotelefon") in der Schweiz, wird jedoch von der Telefongesellschaft Swisscom allein für ihre Dienste als geschützte Marke beansprucht
- Ponsel (telepon selular, Zelltelefon), oder HP (Abkürzung von Hand Phone, Handtelefon, aber gesprochen ha-pe, nicht wie das HP im Englischen) in Indonesien
- poŝtelefonoj (Taschentelefone, gesprochen poschtelefonoi) in Esperanto
- portable (wörtlich Tragbares) in Frankreich
- sau kei (Handmaschine) in Hong Kong
- shǒu jī (Handmaschine die gleiche Bezeichnung wie in Hong Kong) oder xíng dòng dǐan hùa (Mobiltelefon) in China und Taiwan
- Telefonino (bedeutet kleines Telefon), oder Cellulare (Kurzform für Telefono cellulare) in Italien
- telefon selolari (Zelltelefon) im formal Hebräischen. Die meisten Israelis nennen es pelephone (פלאפון) nach dem Namen ihres ersten Mobilfunkproviders.
- telefon mobil (Plural telefoane mobile), die Kurzform ist jedoch gebräuchlicher: mobil (Mobiltelefon) in Rumänien
- telemóveis (Singular telemóvel) in Portugal
- telefoonka gacanta (wörtlich "Handtelefon") in Somalia
- tumors im umgangssprachlichen englischen Sprachgebrauch

Mobiltelefonindustrie

Derzeit ist die Mobiltelefonindustrie eine wachsende Branche: Alleine im Jahre 2003 stieg die Zahl der verkauften Handys um 23,3% auf 533 Millionen. In den Jahren zuvor wurden noch nie mehr als 500 Millionen Mobiltelefone in einem Jahr verkauft. Damit profitierten die Hersteller der Geräte von einer starken Nachfrage vor allem in den Schwellenländern Asiens und Osteuropas. Außerdem ersetzten im Jahre 2003 viele Nutzer ihre alten Handys durch moderne Geräte. Die Industrieländer gelten jedoch mittlerweile als gesättigte Märkte, auch wenn versucht wird, durch neue Verkaufsideen für hochwertige Handys (integrierte Digitalkameras, MP3-Player und Farbdisplay) Konsumenten zu gewinnen. Die Netzbetreiber, in Deutschland z.B. die Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2, verkaufen subventionierte Geräte, um Marktanteile zu gewinnen. In den Jahren 2003/04 gab es vor allem eine große Nachfrage nach günstigen Einsteigerhandys. In Schwellenländern, wie der Volksrepublik China, Indonesien, Indien, Russland und Brasilien, haben die Verkäufe 2004 die Erwartungen der Hersteller weit übertroffen. In diesen Ländern sind vor allem äußerst preiswerte Modelle gefragt. Hier unterbieten sich einige Hersteller mit abgespeckten Handymodellen gegenseitig. Billigste Einsteigergeräte bieten die Unternehmen Konka für 48 € in China und Motorola für 40 € in Indien und Indonesien. Brasilien] Weltmarktführer bei den Handys ist das finnische Unternehmen Nokia mit einem Weltmarktanteil von 33% im Jahr 2004. Jedoch fiel bei Nokia der Nettogewinn im Schlussquartal 2004 um 13 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Vor allem die asiatischen Hersteller, wie LG Electronics, Bird, Haier, Konka, Spice Telecom und TCL, holen in Bezug auf den Marktanteil auf. Hinter Nokia erzielen Siemens und Samsung am Gesamtmarkt die höchsten Gewinne. Bei Samsung, weltweit die Nummer drei, sank jedoch die Gewinnmarge von 13% im dritten auf 3% im vierten Quartal. Zwischen Herstellern und Netzbetreibern herrscht ein starker Wettbewerb. Das starke Umsatzwachstum bei Mobiltelefonen, wie es in den Jahren 2002 und 2003 war, flaut derzeit ab. 2004 hat sich das Wachstum auf 32% fast halbiert. Für 2005 wird nur noch ein weltweites Wachstum von 8% erwartet. Es scheint schon jetzt so, als müssten sich die Mobiltelefonhersteller 2006 ebenfalls auf einstellige Wachstumsraten einstellen. Der Mengenabsatz werde zwar weiter steigen, aber die Gewinnmargen bleiben unter Druck. Selbst in den Großstädten neuer Märkte, wie Peking und Jakarta, scheint sich schon 2005 eine leichte Sättigung bemerkbar zu machen. Besonders kräftiges Wachstum verzeichneten Anfang 2005 die sogenannten Smartphones, also Handys mit PDA-Funktionalität. Der Absatz dieser Geräte kletterte bereits 2004 um 181 Prozent auf 9,6 Millionen.

Diebstahl

PDA Mobiltelefone sind beliebte Diebesobjekte, wobei nicht nur angeschaltete, angemeldete Handys interessant sind (da der Dieb mit ihnen ohne eigene Kosten telefonieren kann), sondern auch ausgeschaltete, über die PIN auf der SIM-Karte gesicherte Telefone. Die SIM-Karte kann jederzeit problemlos entfernt werden. Handelt es sich um ein schon entsperrtes Handy, muss lediglich eine neue SIM-Karte eingelegt werden, das heißt die Geräte können also auf dem grauen Markt als vollwertige Hardware angeboten werden (zum Beispiel übers Internet). Um dies zu verhindern, empfiehlt sich das Sichern des Gerätes durch einen sogenannten Sperrcode. Je nach Einstellung wird das Gerät dann nach einer bestimmten Inaktivitätszeit oder dem Ausschalten deaktiviert und ist nur mit Hilfe des Codes wieder zu aktivieren. Bei Diebstahl einer Mobilstation empfiehlt sich also zweierlei: #Beantragung der Sperrung der Nummer (SIM-Karten-abhängig, Angabe der eigenen Nummer und einem evtl. vereinbarten Passwort) #Beantragung der Sperrung des gesamten Gerätes über die Angabe der geräteabhängigen IMEI-Nummer (oft auf dem Kaufvertrag oder der Originalverpackung angegeben). Trotz der vorhandenen technischen Möglichkeit sperren jedoch nur wenige Netzanbieter Geräte anhand der IMEI-Nummer.

Handytarife

Handytarife sind Gebühren pro telefonierter Gesprächszeit. Die einzelnen Anbieter (Provider) unterscheiden sich häufig in ihren monatlichen Gebühren, vielfach sind die Handytarife für Gepräche in der Nebenzeit billiger als in der Hauptzeit. Es gibt Angebote mit inbegriffenen Gesprächsminuten sowie verschiedenen Gebühren für Gespräche in verschiedene Netze. Auch unterscheidet man die Taktung, ob kundenfreundlichen Sekundentakt, 10-Sekunden-Takt oder 60/1-Takt, wo der Mobilfunkkunde für die 1 Minute eine volle Gesprächseinheit bezahlt. Gesprächstarife für UMTS Handys sind wegen ihrer höheren verfügbaren Bandbreite (mehr Teilnehmer pro Mobilfunkzelle möglich) in der Regel günstiger als für GSM Handys. Einige UMTS-Anbeiter bieten bereits monatliche Verträge mit unbegrentzter, kostenloser Geschprächszeit an (zwischen UMTS Handys). Man unterscheidet dabei zwischen Verträgen mit monatlicher Abrechnung (Postpaid) und Vorauszahlung (Prepaid). In Deutschland gibt es folgende Netzanbieter:
- T-Mobile
- Vodafone
- E-Plus
- O2 (Germany) Daneben gibt es noch Serviceprovider, welche die Netze der Netzanbieter benutzen. Auf Druck von Vebraucherschützern und geschädigten Mobilfunknutzern bieten die großen Anbieter wie T-Mobile, Vodafone oder mobilcom neue Tarife (Postpaid) an, die ein Kostenlimit enthalten. Außerdem können Anrufziele blockiert werden, z.B. Sperrung für Mehrwertnummern, wie 0190, 0900, 0137, 0138 Nummern und 118er Auskunftsdienste in Deutschland. Weitere Schutzmöglichkeiten sind u.a. die Sperrung von Auslandstelefonaten, Premium-SMS, MMS-Dienste, GPRS-Dienste, WAP-Gateway, m-pay und Voucher-Aufladungen. Österreich gehört zu den Ländern mit den niedrigsten Handytarifen. Der Markt in Österreich ist sehr umkämpft und wird momentan von den folgenden Firmen bedient:
- A1 (Telekom Austria)
- T-Mobile
- One
- Tele.ring (an T-Mobile verkauft)
- 3 (Hutchison)
- Yesss
- Tele2 Die Tarifvielfalt ist enorm und reicht von Wertkarten über die normale Grundgebühr bis hin zu Inklusivpaketen. In Österreich darf die Telefonnummer zu einem anderen Anbieter mitgenommen werden. Manche Anbieter verrechnen dafür Gebühren. Bis Anfang diesen Jahres durften nur Verträge mit einer Bindungsfrist von einem Jahr und in manchen Fällen mit 18 Monaten abgeschlossen werden. Mittlerweile gibt es schon Verträge, die wie in Deutschland auf 24 Monate befristet sind. In der Schweiz gibt es folgende Mobilfunkanbieter:
- Swisscom
- Orange
- sunrise
- Yallo
- M-Budget mobile (Migros)
- CoopMobile (Coop)

Gefahren und Gesundheit

Die Mobiltelefone stehen im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Obwohl bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine unmittelbar akute oder kurzfristig auftretende Schädigung nachgewiesen ist, sind die möglichen Gefahren ein heiß diskutiertes Thema (siehe auch Elektrosmog, elektromagnetische Strahlung). Eine Unschädlichkeit läßt sich aus prinzipiellen Gründen nicht beweisen. Befürchtete, jedoch bislang nicht wissenschaftlich erwiesene Wirkungen von Mobilfunkstrahlung sind unter anderem Krebserzeugung oder Belastungen des Nervensystems. Auch könnte die Strahlung der Mobiltelefone, wenn sie in der Hosentasche oder am Gürtel getragen werden, Männer unfruchtbar machen, da Spermien durch die Strahlung bewegungsunfähig werden könnten. Die Messungen beruhen jedoch teilweise nur auf ungenauen, unwissenschaftlichen Methoden, teilweise aber auch auf diversen Untersuchungen verschiedenster Universitäten, denen man sicherlich keine Unwissenschaftlichkeit vorwerfen kann, die aber je nach Studien-Design zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Es gibt wissenschaftliche (ernstzunehmende) Hinweise auf potentielle negative Auswirkungen der Handy-Strahlung auf die Samenzellen. Allgemein wird vermutet, dass Mikrowellenstrahlung die Störung anderer technischer Geräte bewirken könnte, so dass die Nutzung von Mobiltelefonen in sensitiven Bereichen, wie in Kliniken oder Flugzeugen teilweise noch verboten ist. Diese Verbote werden aber neuerdings zunehmend gelockert. Auch Personen mit Herzschrittmachern wird von der Benutzung von Mobiltelefonen abgeraten. Beim Untersuchen der Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung sind folgende Frequenzen relevant: Neben der Grundfrequenz von 900 MHz bzw. 1800 MHz kommt noch die Pulsfrequenz von etwa 9 kHz durch die Modulationstechnik TDMA hinzu, außerdem treten Neben- und Oberwellen (Frequenzvielfache) in Sende-Antennen-Nähe auf, deren Bio-Wirkung noch nicht ausreichend erforscht ist. Mögliche Auswirkungen:

Ionisierung

Die verwendeten Frequenzen von 900 MHz beziehungsweise 1800 MHz sind noch weit unterhalb der typischen Ionisierungsenergie typischer Moleküle (mind. 800 THz, also das millionfache), so dass Schädigungen ähnlich wie die durch UV-Strahlung oder Radioaktivität (Sonnenbrand, Krebs) durch diesen Effekt auszuschließen sind.

Thermische Effekte

Im nichtionisierenden Frequenzbereich sorgt die Absorption von Strahlung durch Körpergewebe zu einer Erhöhung der Gewebetemperatur. Die Stärke und der Ort der Erwärmung hängt vom SAR-Wert ab, das ist der Wert, der die Eindringtiefe der Strahlung in das Gewebe beschreibt. Die heutigen Strahlungs-Grenzwerte sind darauf ausgelegt, dass eine maximale Erwärmung von 0,02 Kelvin erfolgt. Eine Temperaturerhöhung um 1 Kelvin (Anstieg um 1 °C) wird im allgemeinen als unbedenklich angesehen. (Einfügen: Hot spots) Der letzten WHO-Studie zu diesem Thema zufolge besteht kein begründeter Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und steigendem Risiko einer Krebserkrankung. Diese Studien werden jedoch ständig wiederholt und überprüft, es gibt kein endgültiges Ergebnis. (siehe englische Wikipedia zu dem Thema)

Athermische Effekte


- Elektrosensibilität :Es gibt Menschen, die wahrscheinlich empfindlich auf elektromagnetische Wechselfelder reagieren. Diese Symptome (Unwohlsein, Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit, schwere Schlafstörungen, ...) sind zur Zeit noch nicht ausreichend erforscht und wegen widersprüchlicher Studienergebnisse nicht als Krankheit anerkannt. Oft ähneln die Symptome, die Menschen mit vermuteter Elektrosensibilität an sich beobachten, denen von beruflichem oder persönlichem Stress auffallend. Es wurde angeblich beobachtet, dass Menschen nach Installation einer Mobilfunk-Basisstation in der Nachbarschaft plötzlich Symptome von Elektrosensibilität beklagten, obwohl die Station noch nicht in Betrieb war. Über eine Häufigkeit jedoch existiert keinerlei Nachweis.
- Beeinflussung von Gehirnströmen :Durch die unmittelbare Nähe des Mobiltelefones zum Gehirn besteht die Möglichkeit, dass die hochfrequenten Wechselfelder zu Wechselströmen im Gehirn führen. Da die Neuronen Informationen mittels Spannungen und Strömen transportieren, könnte die Strahlung die Informationsverarbeitung beeinflussen. Diese Auswirkung wird wegen der stark unterschiedlichen Bereiche der Frequenzen der biologischen Prozesse sowie der technisch auftretenden Strahlungsfrequens als sehr unwahrscheinlich erachtet. Der letzten WHO-Studie zu diesem Thema zufolge besteht kein begründeter Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und nervlichen Belastungen. Diese Studien werden jedoch ständig wiederholt und überprüft, es gibt kein endgültiges Ergebnis. (siehe englische Wikipedia zu dem Thema) Ein Mitschwingen von Körperteilen oder -teilchen auf Eigenresonanzbasis ist bisher auch noch nicht untersucht worden (Geringe Sende-Energie schiebt wie bei einer Gartenschaukel diese immer höher, gefährlicher.).

Handy und Autofahren

Die Handy-Nutzung ohne Freisprecheinrichtung ist Fahrzeugführern in vielen Ländern verboten (z.B. Deutschland, Österreich und der Schweiz). Bei Nichtbeachtung des Verbotes werden Bußgelder verhängt. Auch ist vielen nicht bekannt, dass ein Headset nicht in allen Ländern als Freisprecheinrichtung anerkannt wird. Doch selbst mit besagter Freisprecheinrichtung kann ein Fahrer, wie neueste Studien zeigen, erheblich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt werden.

Handy als Ruhestörer

In einigen Umgebungen, insbesondere bei Aufführungen in Kinos, Theatern oder Opern sowie erst recht in Gotteshäusern wird die Handynutzung meist als störend empfunden. Deshalb gehen einige Betreiber von Lichtspielhäusern dazu über, die Nutzung aktiv oder passiv zu unterbinden. In Ländern wie den USA ist der Einsatz von Störsendern mittlerweile gängige Praxis, um aktiv eine störungsfreie Aufführung zu gewährleisten. Andere Länder wie Deutschland untersagen die Nutzung der Sendefrequenzen, die exklusiv den Netzbetreibern vorbehalten sind. Die Betreiber setzen deshalb dort auf die passive Störung von Handys durch eine gute Abschirmung der Säle, welche den Empfang maßgeblich stören (und dazu führen, dass Mobiltelefone die maximale Sendeleistung abstrahlen). Ferner wird das Mithören fremder Handygespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln von den mitfahrenden Unbeteiligten als störend und indirekter Zwang empfunden, zumal dabei auch oft lauter gesprochen wird als mit anwesenden anderen Personen.

Siehe auch


- Mobiltelefone, Telekommunikation
- Short Message Service (SMS), Multimedia Messaging Service (MMS), Enhanced Message Service (EMS)
- Push to Talk, Push-to-Talk over Cellular
- Klapphandy, Fotohandy, Smartphone
- Klingelton, Handylogo, Tastensperre
- SAR-Wert
- DECT, GSM, UMTS, GPRS, WAP, PCS, Bluetooth, Roaming
- Standortbezogene Dienste
- QR Code
- Handy-Weitwurf, Handy Booster
- Elektronikschrott
- Mobile Commerce
- Base Transceiver Station

Weblinks


- [http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=349 Vom Griff der Handys]
- [http://www.technik-handy.de Handytechnik]
- [http://www.handycheats.de/seiten/handycheats/handycheats.html Dienstbefehle/Handy-Codes]
- [http://www.who.int/peh-emf/en/ Informationen von der WHO (auf Englisch)]
- [http://www.gwup.org/themen/texte/elektrosmog/ Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. zum Thema "Elektrosmog"]
- [http://www.handywellen.de/canvas.html?intervw_ebel.htm&2 Interview zur Elektrosensibilität mit Dr. Ebel, Neurologe, aus natur&kosmos 11/2002]
- [http://www.u32.de/handy.html Das Wort 'Handy']
- [http://www.solarhandy.info Solarhandy - Informationen] Kategorie:Funktechnik Kategorie:Mobilfunk Kategorie:Mobiltelefon ja:携帯電話 ko:휴대 전화

Set-Top-Box

Unter dem Begriff Set-Top-Box (englisch für Draufstellkasten, abgekürzt STB) versteht man in der Unterhaltungselektronik ein Gerät, das an ein anderes angeschlossen wird und damit zusätzliche Funktionen liefert. Die englische Bezeichnung ist zu Stande gekommen, da ein solches Gerät oft auf ein anderes draufgestellt wird. Das Basisgerät ist meist ein Fernseher "älterer" Generation, welcher durch eine Set-Top-Box (STB) für neue Dienste erweitert wird. So ist es nun zum Beispiel möglich, digitales Fernsehen über den Fernseher zu betrachten. Auch andere Geräte, die extern zusätzlich eine Bild- und/oder Ton-Generierung und/oder -Aufzeichnung machen, können so bezeichnet werden. Bei einigen Fernsehermodellen ist es auch schon möglich, digitales Fernsehen ohne ein Zusatzgerät zu empfangen.

Arten

Zu den Set-Top-Boxen zählen vor allem die so genannten Digitalreceiver, welche den Empfang von digitalen Programmen gewährleisten. Ein Spezialtyp dieser DVB-Empfänger sind die so genannten Dekoder zur Entschlüsselung von Bezahlfernsehen. Auch gibt es Geräte zur Aufzeichnung oder Wiedergabe von Videos, so zum Beispiel DVD-Player, DVD-Recorder, Videorekorder und Harddisk-Recorder, welche als Set-Top-Boxen bezeichnet werden. Außerdem kann man Spielekonsolen und Wetterstationen damit bezeichnen. Einige wenige Set-Top-Boxen ermöglichen einen zumindest grundlegenden Internetzugang über Fernseher und Telefonanschluss.

Produkte


- D-Box von DF1/Nokia
- DBS 3000 von [http://www.tripledragon.de/ Triple-Dragon]
- Dreambox (Festplatten-Set-Top-Box mit Netzwerkanschluss) von [http://www.dream-multimedia-tv.de Dream Multimedia]
- Mediabox der Multimedia-Betriebsgesellschaft (MMBG)
- Reelbox
- TiVo (Festplatten-Set-Top-Box), nur in den USA und Großbritannien

Siehe auch


- Digitales Fernsehen allgemein
  - DVB-C = Digitales Fernsehen über Kabel
  - DVB-H = Digitales Fernsehen über Mobile (Handys, Handhelds etc.)
  - DVB-S = Digitales Fernsehen über Satellit
  - DVB-T = Digitales Fernsehen über Antenne
- Digital Video Broadcasting (DVB)
- Elektronische Programmzeitschrift (EPG)
- Grundverschlüsselung
- MHP

Weblinks


- [http://www.digi-tv.de/ Portal zum Thema Digitales Fernsehen] (Zeitschrift digitalfernsehen)
- [http://www.infosat.info Nachrichten und Informationen zum Digitalen Fernsehen] (Zeitschrift INFOSAT) Kategorie:Fernsehtechnik ja:セットトップボックス

Breitband

Ein Breitband-Internetzugang ermöglicht z. B. das schnelle Herunterladen von Daten und die Nutzung von Videokonferenzen in guter Qualität. Ein Breitbandzugang funktioniert beispielsweise über das Kabelmodem oder DSL. Ein Modem- und ISDN-Zugang ist kein Breitband-Internetzugang. Obwohl es keine eindeutige Definition gibt, ab wann eine breitbandige Verbindung beginnt, gibt es folgende Anhaltspunkte: Entgegen dem Basisband (ein einziges Frequenzband), werden bei Breitbandübertragungen mehrere parallele Frequenzbänder verwendet. Laut ITU ist Breitband als jede Form der Datenübertragung mit einer Datenrate, die über die Primärmultiplexrate von 2048 kBit/s hinausgeht, definiert. Liegt die Primärmultiplexrate darunter, wird es mit Schmalband (narrowband) bezeichnet und liegt sie zwischen 2 und 45 MBit/s als Weitband (wideband). In Südkorea beginnt eine Breitbandverbindung erst ab 20 MBit/s. Über Breitbandverbindungen wird zukünftig Triple Play standardmäßig erfolgen. Siehe auch: Breitbandkommunikation, Breitbandnetz, Breitbandverteilnetz, Breitbandvermittlungsnetz, Schmalbandkommunikation Kategorie:Elektrotechnik ja:ブロードバンドインターネット接続

Internet Protocol

Das Internet Protocol (IP) (auch Internetprotokoll) ist ein in Computernetzen weit verbreitetes Netzwerkprotokoll. Es ist eine (bzw. die) Implementierung der Internet-Schicht des TCP/IP-Modells bzw. der Vermittlungs-Schicht des OSI-Modells. IP bildet die erste vom Übertragungsmedium unabhängige Schicht der Internet-Protokoll-Familie. Das bedeutet, dass mittels IP-Adresse und Subnetzmaske (subnet mask) Computer innerhalb eines Netzwerkes in logische Einheiten, so genannte Subnetze, gruppiert werden können. Auf dieser Basis ist es möglich, Computer in größeren Netzwerken zu adressieren und Verbindungen zu ihnen aufzubauen, da logische Adressierung die Grundlage für Routing (Wegewahl und Weiterleitung von Netzwerk-Paketen) ist. Das Internet Protocol stellt die Grundlage des Internets dar. Siehe auch: IPv4, IPv6, TCP/IP-Referenzmodell, OSI-Modell, IP-Adresse, IP-Header, Mobile IP, Referenzmodell, Address Resolution Protocol, IPTV, IP-Telefonie

Weblinks


- RFC 791 – Internet Protocol
- RFC 1883 – Internet Protocol, Version 6 Kategorie:Netzwerkprotokoll ja:Internet Protocol ko:IP

Nokia

Der Begriff Nokia bezeichnet:
- einen Elektronikkonzern, vor allem bekannt durch seine Mobilfunkgeräte, siehe Nokia (Unternehmen)
- eine Stadt im Süden Finnlands, etwa 20 km westlich von Tampere, siehe Nokia (Stadt)
- einen Fluss in Skandinavien, siehe Nokia (Fluss)

Nokia (Stadt)

Nokia ist eine Stadt in Westfinnland. Sie befindet sich unmittelbar westlich der Stadt Tampere und beherbergt unter anderem viele Werksgelände der gleichnamigen Firma. Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
- 1987 - 24.811
- 1990 - 26.063
- 1997 - 26.476
- 2000 - 26.905
- 2002 - 27.653
- 2004 - 28.604 Seit dem 1. Juni 2003 halten in der Stadt nach langer Zeit wieder Züge der VR auf ihrem Weg von Tampere nach Pori.

Weblinks


- [http://www.nokiankaupunki.fi/ Offizielle Seite] Kategorie:Ort in Finnland

Papier

Papier (von französ.: papier, aus griech.: pápyros Papyrusstaude) ist ein Material, das vorwiegend zum Beschreiben und Bedrucken verwendet wird und größtenteils aus pflanzlichen Fasern besteht. Normalerweise wird Papier in dünnen Schichten verwendet; es kann aber auch zu massiven Objekten geformt werden (Pappmaché). Papier wird in der Regel aus Holzschliff oder Zellstoff hergestellt. Der kulturell wichtigste Papiertyp ist das Schreibpapier. Daneben wird Papier als Packmaterial in vielen verschiedenen Formen (siehe z. B. Pappe), in der Wohnungseinrichtung (Tapete, in Japan und China in den vielfältigsten Anwendungen), sowie zum Basteln verwendet.

Geschichte des Papiers

Bevor es Papier gab

Höhlenzeichnungen sind die ältesten Dokumente, die der Mensch mit Pigmentfarbe auf einen Untergrund gezeichnet hat. Die Sumerer, die älteste bekannte Hochkultur, schrieben auf weiche Tontafeln in (Keilschrift) (ab ca. 3300 v. Chr.), die anschließend gebrannt wurden. Aus Ägypten ist beispielsweise die Prunkpalette des Königs Narmer 3100 v. Chr. aus Speckstein erhalten. Speckstein Es wurden auch schon organische Schriftträger wie Leder, Pergament, Holz, Rinde, Papyrus (Ägypten ab ca. 3000 v. Chr.) und Papier verwendet, über die wir nur von Zeichnun